Glossar

Hier finden Sie Erklärungen relevanter Begriffe aus den Bereichen Managementsysteme und Zertifizierung.

Hier finden Sie Erklärungen relevanter Begriffe aus den Bereichen Managementsysteme und Zertifizierung. 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

A
Abweichung Eine Nicht-Konformität mit dem zu überprüfenden Standard, die beim Audit festgestellt wird.
Accessibility Engl. Für Erreichbarkeit. Accessibilty, auch Barrierefreiheit, steht für die Erreichbarkeit von Orten als auch von Webseiten für alle Menschen einschließlich Menschen mit Behinderung.
AFNOR Association Francaise de Normalisation (AFNOR) ist die französische Akkreditierungsbehörde und auch Zertifizierungsstelle.
Akkreditierung Eine Akkreditierung bescheinigt z.B. einer Zertifizierungsstelle die erforderliche Kompetenz, Zertifizierungen oder Konformitätsbewertungen durchzuführen. Akkreditierungsstellen sind zumeist nationale Behörden, wie z.B. in Deutschland die Deutsche Akkreditierungsstelle DakkS.
American Aerospace Quality Group (AAQG) Vereinigung amerikanischer Luftfahrtgesellschaften
Annex SL Annex SL ist ein Leitfaden für die Entwickler von Managementsystem-Standards, der eine übergeordnete Struktur und einheitliche Anforderungen für künftige Managementsystemstandards festlegt. Annex SL wurde von der Internationalen Organisation für NormungISO veröffentlicht. Der Leitfaden war im Entwurf als ISO Guide 83 und später als High Level Structure bekannt.
ANSI American National Standards Institute. ANSI ist die nationale Standardisierungsorganisation der USA.
APQP Advanced Product Quality Planning. APQP definiert das kontinuierliche Projektmanagement für die Produkt- und Qualitätsplanung in der Automobilindustrie und ist für alle Phasen des Entwicklungsprozesses geeignet.
APQP gehört zu den Werkzeugen für Automobilzulieferer (Automotive Core Tools), die von den Automobilherstellern vorgeschrieben sind. 
Arbeitsschutz Arbeitsschutz beinhaltet sowohl sozialen als auch technischen Schutz des Arbeitnehmers. Sozialer Arbeitsschutz bezieht sich auf den Arbeitnehmer als abhängig Beschäftigten und seine Position gegenüber dem Arbeitgeber. Technischer Arbeitsschutz betrifft die Sicherheit des Arbeitnehmers vor gesundheitlichen Schäden am Arbeitsplatz.
Arbeitssicherheit Begriff aus dem Bereich des Arbeitnehmerschutzrechts. Arbeitnehmer sollen am Arbeitsplatz vor Gefahren für ihre Gesundheit geschützt werden.
Assessor

engl. Bezeichnung für → Auditor.

Audit Verfahren vor Ort um zu ermitteln, ob die dokumentierten Prozesse den Anforderungen des jeweiligen Standards entsprechen
Auditbericht Bericht eines durchgeführten Audits, in dem sowohl negative wie positive Ergebnisse dokumentiert werden. Der Auditbericht führt auf, wo Optimierungsbedarf vorhanden ist, um die Anforderungen des jeweiligen Standards zu erfüllen.
Auditprogramm Führt die Abteilungen und Prozesse auf, die bei dem anstehenden Besuch auditiert werden. Das Auditprogramm wird vom Auditor erstellt.
Auditor

Man unterscheidet interne und externe Auditoren.

Der interne Auditor ist Angestellter des Unternehmens und führt im Auftrag der Geschäftsleitung interne Audits durch. Die Ergebnisse leitet er an den Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB) weiter.

Der externe Auditor ist in den meisten Fällen Mitarbeiter einer unabhängigen Zertifzierungsgesellschaft. Der externe Auditor überprüft im Unternehmen durch Befragung und Beobachtung, ob dessen Prozesse den Anforderungen des jeweiligen Standards entsprechen und stellt daraufhin ein Empfehlung zur Erstellung eines Zertifikates aus.

Audit-Team Je nach Zeitaufwand wird von den Zertifizierungsstellen ein Audit-Team zusammengestelt. Dabei übernimmt ein Auditor die leitende Funktion, alle weiteren sind Co-Auditoren. Einige Standards fordern je nach Zeitaufwand den Einsatz eines Audit-Teams.
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B
Best practice Bezeichnung für Methoden und Vorgehensweisen von Unternehmen, die sich bewährt haben.
British Standards Institute (BSI) Britische nationale Normungsbehörde und auch Zertifizierungsstelle.
Business Assurance Konzept eines auf das Unternehmen zugeschnittenen Audits. Besonderer Fokus wird auf den Umgang mit Risiken gelegt, dabei beruht der Auditansatz auf drei Säulen:
- Auditierung mit Fokus auf kontinuierliche Verbesserung
- themenbezogene Auditierung
- risikobasierte Auditierung
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C
CIP engl. Continous Improvement Process, dt. -> KVP, kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Committee Draft (CD) Engl. für Komitee-Entwurf. Eine Arbeitsgruppe der ISO erstellt einen Komitee-Entwurf als einen der ersten Schritte des Normgebungsverfahrens.
Co-Auditor Begleitet und unterstützt den Leitenden Auditor bei der Auditierung.
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D
Deming-Kreis Begriff aus der Qualitätssicherung für den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung . Der Kreislauf beschreibt die Tätigkeiten "Planen - Tun - Prüfen - Handeln". Auch PDCA-Zyklus , aus dem Englischen für "Plan - Do - Check - Act".
DIN 1. Deutsches Institut für Normung e.V.
2. Deutsche Industrie Norm
DIS Draft International Standard, dt. internationaler Normentwurf. Ein Schritt im Normgebungsverfahren der ISO.

Dokumentenlenkung

Die Dokumentenlenkung beschreibt die Erstellung, Aktualisierung, Prüfung, Freigabe, Verteilung und Einziehung von Informationsinhalten eines Unternehmens und ist Bestandteil und Forderung vieler Normen.
Drittparteienaudit Audit durch eine unabhängige ("dritte") Partei, in der Regel eine Zertifizierungsstelle. Engl. Third party assessment.
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E
EFQM European Foundation for Quality Management. Gegründet 1988 als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, nachhaltige Unternehmensentwicklung durch ein Rahmenwerk zum Qualitätsmanagment zu fördern (-> EFQM-Modell).
EFQM-Modell Managementmodell für den Aufbau und die kontinuierliche Verbesserung des Qualitätsmanagments von Unternehmen auf Basis von -> Total Quality Management (TQM), dem umfassenden Qualitätsmanagement. Das EFQM-Modell ist nicht zertifizierbar, sondern baut auf die wiederkehrende Selbstbewertung des Unternehmens.
Entsorgungsfachbetrieb (Efb) Ein Betrieb, der Abfälle sammelt, befördert, lagert oder behandelt und der gemäß den Bestimmungen der Entsorgungsfachbetriebeverordnung (EfbV) zertifiziert ist. Die Zertifizierung wird von einer technischen Überwachungsorganisation wie LRQA durchgeführt.
F
FDIS engl. für Final Draft International Standard, dt. endgültiger internationaler Normentwurf. Der letzte Schritt im Normgebungsverfahren der ISO vor Veröffentlichung einer neuen oder überarbeiteten Norm.
FMEA engl. für Failure Modes and Effects Analysis, dt. Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse. Analytische Methode zur Fehlervermeidung, wird hauptsächlich in der Automobilindustrie, aber auch in anderen produzierenden Branchen angewendet.
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G
Gesundheitsschutz Gesundheitsschutz in Unternehmen befasst sich mit den Auswirkungen der Arbeit und der Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer. Der Gesundheitsschutz fordert die gesundheitliche Prävention und arbeitsmedizinische Vorsorge.
GMP engl. für Good Manufacturing Practice, dt. Gute Herstellungspraxis. Es gibt GMP-Richtlinien für die Qualitätssicherung der Produktion von Lebens- und Futtermitteln, Arzneimitteln, Kosmetika, etc. LRQA zertifiziert die Produktion von Futtermitteln gemäß dem GMP+ Zertifizierungsschema.
H
HACCP engl. für Hazard Analysis and Critical Control Points, dt. Gefahren-, Risikoanalyse und kritische Lenkungspunkte. Diese Risiko-Analysemethode wird hauptsächlich in der Lebensmittelindustrie angewandt. Das HACCP-Konzept wird als Instrument benutzt, um die kritischen Punkte eines Prozesses und damit die Festlegung bestimmter Kontrollen zu ermitteln.
Hauptabweichung Bei der Auditierung eines Managementsystems wird eine Hauptabweichung festgestellt, wenn eine oder mehrere Forderungen der Norm erheblichen Zweifel an der Wirksamkeit des Managementsystems zeigen. Auch mehrere Nebenabweichungen können zu einer Hauptabweichung zusammengefasst werden.
High Level Structure (HLS)
dt. übergeordnete Struktur. Alle neuen oder zu überarbeitenden ISO-Normen werden auf der Basis der HLS einheitlich aufgebaut.
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I
IAQG International Aerospace Quality Group. Internationale Kooperation führender Luft- und Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, Qualität in der Luft- und Raumfahrt zu fördern und Kosten zu reduzieren.
IFS 1. International Featured Standards, bis 2003 International Food Standard. Eine Gemeinschaft von Handelsverbänden aus Deutschland, Frankreich und Italien, die einen gemeinschaftlichen Lebensmittelstandard IFS entwickelt haben, um Mehrfachauditierungen bei Lieferanten zu reduzieren.
2. IFS-Standards sind die einheitlichen internationalen Lebensmittel-, Produkt- und Servicestandards, die sicherstellen, dass die nach IFS-Standards zertifizierten Unternehmen gemäß der mit den Kunden vereinbarten Spezifikationen ein konformes Produkt produzieren bzw. einen Service erbringen und über einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess stetig an der Verbesserung arbeiten. (Quelle: IFS)
IoP Institute of Packaging, britischer Fachverband für die Verpackungsindustrie (alte Bezeichung). Umbenannt in The Packaging Society. Der Verband hat gemeinsam mit dem British Retail Consortium (BRC) den internationalen BRC Global Standard für Verpackungen und Verpackungsmaterialien entwickelt.
IRCA International Register of Certificated Auditors, dt. Internationales Register zertifizierter Auditoren. Britischer Fachverband für Auditoren von Managementsystemen. LRQA bietet eine Reihe von IRCA-anerkannten Schulungen an.
ISO International Organization for Standardization, dt. internationale Vereinigung von Normungsorganisationen. Die ISO erarbeitet international anerkannte Normen in allen Bereichen mit Ausnahme von Elektrotechnik und Telekommunikation.
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K
Kaizen Japanisches Konzept für die kontinuierliche, nicht endende Verbesserung. Im deutschprachigem Raum wird dafür der Begriff ->KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) verwendet.
Korrekturmaßnahme Durchführung von Maßnahmen zur Behebung und Vermeidung des erneuten Auftretens eines Fehlers.
KPI engl. Key Performance Indicator, dt. Leistungskennzahl. Eine Kennzahl, die den Grad der Erfüllung kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation misst.
KVP

Abk. für kontinuierlicher Verbesserungsprozess. KVP ist ein Grundprinzip des Qualitätsmanagements und beschreibt den Prozess stetiger, kleiner Schritte der Verbesserung, im Gegensatz zu sprunghaften großen Veränderungen. Der Ablauf des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses kann im -> Deming-Kreis bzw. PDCA-Zyklus ausgedrückt werden.

L
Leitfaden in bezug auf Normen und Standards enthält ein Leitfaden keine Anforderungen, sondern Anleitungen zum Leiten und Lenken.
Lieferantenaudit ein Audit, das der Lieferantenauswahl, Lieferantenbewertung oder Lieferantenförderung dient.
M
major non-conformity engl. für -> Hauptabweichung
Managementbewertung Eine Managementbewertung ist Aufgabe der obersten Leitung eines Unternehmens und ist als Bestandteil von Managementsystemnormen regelmäßig durchzuführen. Dabei wird die Wirksamkeit und Eignung des Managementsystems geprüft und Verbesserungspotenziale aufgezeigt.
Managementsystem Ein System, das die Politik und Ziele sowie das Erreichen dieser Ziele in einem Unternehmen festlegt.
minor non-conformity engl. für -> Nebenabweichung.
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N
Nachaudit engl.: follow-up audit. Ein Audit, das aufgrund umfangreicher Abweichungen erforderlich ist, da die Korrekturen einen längeren Zeitraum zur Behebung in Anspruch nehmen.
Nachweis Aufzeichnungen, Tatsachenfeststellungen oder andere Informationen, die für die Auditkriterien zutreffen und verifizierbar sind.
Nebenabweichung Bei der Auditierung wird eine Nebenabweichung festgestellt, wenn das Managementsystem eine Anforderung der Norm nicht erfüllt, die Wirksamkeit des Systems jedoch nicht betroffen ist.
Norm Ein Dokument, das Regeln, Richtlinien oder Anforderungen an Prozesse oder Tätigkeiten festlegt und allgemein anwendbar ist.
O
OASIS-Datenbank Datenbank der International Aerospace Quality Group (IAQG), die alle gemäß AS/EN 9100 ff. zertifizierten Lieferanten
aufführt.
Oberste Leitung Engl.: top management. Person oder Personengruppe, die eine Organisation auf der obersten Ebene leitet und lenkt.
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) Die Abkürzung OHSAS (Occupational Health and Safety Assessment Series) steht für eine Norm, auf deren Basis sich ein Arbeitssicherheitsmanagementsystem implementieren lässt.
OEM Abkürzung für Original Equipment Manufacturer, dt. Hersteller von Originalteilen. Der Begriff wird meist auf Markenhersteller angewendet, um sie von Nachahmern zu unterscheiden.
OHSAS 18001 Eine britische Norm, die jedoch in vielen Ländern Zertifizierungsgrundlage für Managementsysteme zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit ist. Die ISO entwickelt derzeit eine internationale ISO-Norm 45001 auf Grundlage von OHSAS 18001.
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P
PDCA-Zyklus Der PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) beschreibt die vier Phasen im kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Damit streben Unternehmen eine stetige Verbesserung der Prozesse und Abläufe an. Auch bekannt als Deming-Kreis.
PPAP engl., Abkürzung für Production Part Approval Process. PPAP ist ein Produktionsteil-Abnahmeverfahren nach dem Referenzhandbuch der AIAG (Automotive Industry Action Group). Es listet die grundlegende Forderungen für die Produktionsmusterabnahme aller Produktions- und Ersatzteile.
Prozessaudit Ein Prozessaudit ist Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems und dient der Beurteilung der Qualitätsfähigkeit von Produkten und deren Prozessen.
Q
Qualität Der Grad, in dem festgelegte Merkmale vorgegebene Anforderungen erfüllen.
Qualitätsmanagement-Beauftragter Beauftragter der Geschäftsleitung (obersten Leitung) für das Qualitätsmanagement. Er/Sie trägt die Verantwortung für das Einführen, Überwachen, Sicherstellen und Optimieren des Qualitätsmanagementsystems.
Qualitätsmanager in der Regel Fachperson, welche für den Aufbau, die Einführung, die Pflege und die kontinuierliche Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems verantwortlich ist.
Qualitätsmanagementsystem Managementsystem zum Leiten und Lenken einer Organisation hinsichtlich der Qualität.
R
Rezertifizierung Ein Audit zur erneuten, umfassenden Prüfung und Beurteilung des Managementsystems auf Erfüllung der Anforderungen der Norm. Nach bestandener Prüfung kann das Zertifikat erneut erteilt werden.
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S
Spezifikation Vorgabedokument, in dem Forderungen festgelegt sind.
Standard Ein Standard ist eine einheitliche, weithin anerkannte und meist angewandte Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen. Im Bezug auf Managementsysteme ist ein Standard ein Dokument, das Regeln, Richtlinien oder Anforderungen an Prozesse oder Tätigkeiten festlegt und allgemein anwendbar ist.
T
Technisches Komitee (TC) engl. technical committee, Komitee der ISO, das sich mit der Erstellung bzw. Überarbeitung von Normen befasst.
Transferaudit Bei der ISO/TS 16949: die Feststellung vor Ort, wie hoch der Rezertifizierungsaufwands beim Wechsel der Zertifizierungsgesellschaft ausfallen wird.
U
Überwachungsaudit auch: Betreuungsaudit. Regelmäßige vor Ort-Begutachtung (meistens jährlich) bestimmter Bereiche eines Managementsystems innerhalb der Zertifikatslaufzeit.
UKAS Abürzung für United Kingdom Accreditation Service. Britische Akkreditierungsbehörde.
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V
Validierung Bei der Validierung werden Projektdaten und -dokumente geprüft, um anhand der Ergebnisse zu einer Entscheidungsgrundlage zu kommen. Bei einer positiven Validierungsentscheidung die Fähigkeit bescheinigt werden, dass die in einem festgelegten Kriterienkatalog geforderten Ergebnisse erreicht wurden.
Verifizierung Die Bewertung aufgezeichneter Daten und Informationen anhand festgelegter Ergebnisse. Werden die geforderten Ergebnisse erreicht, kann eine Konformitätsbescheinigung ausgestellt werden.
Z
Zertifizierung Im Bereich Managementsysteme, ein Verfahren mit schriftlicher Bestätigung durch eine dritte Seite.
Zertifizierungsaudit Ein Audit, das von einer unabhängigen Zertifizierungsorganisation zum Zweck der Zertifizierung des Managementsystems des Kunden durchgeführt wird.
   
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