FAQs zum Bundes-Energieeffizienzgesetz – EnEffG

Mit Jänner 2015 begann für große energieverbrauchende Unternehmen, für Energiedienstleister und für Energielieferanten die Frist, sich registrieren zu lassen und in weiterer Folge den gebotenen Meldepflichten nachzukommen.
LRQA kann Sie auf mehrere Arten bei der Umsetzung des EnEffG unterstützen, dies sind insbesondere:

  • Zertifizierung Ihres Managementsystemens nach ISO 50001 oder einem anderen gleichwertigen anerkannten Managementsystems
  • Durchführung von GAP Analysen von bestehenden Managementsystemen um festzustellen, inwieweit Ihr Managementsystem nach der von Ihnen angestrebten Norm zertifizierungsfähig ist.
  • Durchführung von Schulungen, insbesondere interner Managementsystemauditoren um die Wirksamkeit ihrer internen Audits weiterzuentwickeln.
  • voraussichtlich die Erstellung einer Bestätigung zur Vorlage an die Monitoringstelle, dass das internen Energieaudits Audits den Anforderungen des EnEffG entspricht.
  • Unterstützung/Coaching bei der Durchführung von internen Energieaudits durch Vermittlung von Partnerunternehmen.

Um Ihnen einen Überblick über die aus dem Gesetz entstehenden Anforderungen zu geben haben wir folgenden FAQs zusammengefasst:

Welche energieverbrauchenden Unternehmen sind vom EnEffG betroffen?
Große energieverbrauchenden Unternehmen (verpflichtete Unternehmen nach §9 EnEffG) müssen sich als solches bei der Monitoringstelle registrieren lassen. Die Einstufung eines Unternehmens nach den Kategorien klein, mittel, groß erfolgt in Abhängigkeit von der Zahl der Mitarbeiter sowie entweder des Umsatzes oder der Bilanzsumme.
Um als mittleres Unternehmen qualifiziert zu werden ist es erforderlich, dass einerseits die Mitarbeiterzahl von 249 und weiters wahlweise der Umsatz von 50 Mio. Euro oder die Bilanzsumme von 43 Mio. Euro nicht überschritten wird – Link zum BMWFW

Wozu verpflichtet das EnEffG große Unternehmen?
Gemäß §9 EnEffG haben große Unternehmen entweder
• in regelmäßigen Abständen, mindestens alle 4 Jahre ein externes Energieaudit gem. §§17 und 18 durchzuführen, oder
• ein zertifiziertes Managementsystem nach ISO 50001, ISO 14001, EMAS VO oder ein einem Energiemanagement- oder Umweltmanagementsystem gleichwertiges, innerstaatlich anerkanntes Managementsystem einzuführen und aufrechtzuerhalten, dass wiederum auch ein internes oder externes Energieaudit gem. §§17 und 18 entsprechen muss.
Dieses interne oder externe Energieaudit ist nicht mit einem internen Audit eines Managementsystems zu verwechseln. Hier handelt sich um eine energetische Analyse entsprechend im EnEffG festgelegten Anforderungen die in Anhang III des Gesetzes festgelegt sind.

Wem muss die Entscheidung zertifiziertes Managementsystem oder externes Energieaudit gemeldet werden?
Die Bekanntgabe hat bis spätestens 31.1.2015 zu erfolgen - Link zum BMWFW

Bis wann ist das zertifizierte Managementsystem einzuführen?
Die Meldung, dass ein Managementsystem zertifiziert wurde hat bis 30.11.2015 zu erfolgen.

Bis wann ist die Durchführung eines externen Energieaudits zu melden?
Die Meldung, dass ein externes Energieaudit durchgeführt wurde hat bis 30.11.2015 zu erfolgen.

Wenn bereits ein zertifiziertes Managementsystem gem. §9 besteht, was ist dann zu tun?
Die Meldung bis 30.11.2015 das ein zertifiziertes Managementsystem besteht. Darüber erscheint es erforderlich, dass bis ebenfalls 30.11.2015 ein internes Energieaudit durchgeführt werden muss. Hier soll ein weiteres Mal darauf hingewiesen werden, dass dieses interne Energieaudit nicht das interne Audit des Managementsystems ist.

In Welcher Form ist dieses interne Energieaudit zu dokumentieren? Gibt es Berichtspflichten?
Das interne als auch das externe Energieaudit hat die Anforderungen des EnEffG §18 sowie dem Anhang III EnEffG zu erfüllen. Ein Bericht des Energieaudits ist an die Monitoringstelle zu berichten. Entsprechend dem EnEffG § 18 (4) dürfen Energieaudits keine Klauseln enthalten, dass die Ergebnisse der Audits nicht an qualifizierte / akkreditierte Energiedienstleister oder Monitoringstelle weitergegeben werden. Der genaue Umfang der Berichtslegung ist derzeit nicht eindeutig geregelt, oben zitierte Gesetzesstelle lässt jedoch vermuten, dass „ausführlich“ über Energiedaten berichtet werden muss.

Wir sind zertifiziert und haben alle Daten zum Energieaudit im Unternehmen aufliegen, nicht aber in einer gesammelten, an die Monitoringstelle berichtbare Form. Gibt es andere Möglichkeiten als die Berichtslegung an die Monitoringstelle? 
Für EMAS Betriebe wurde, ausgehend von einem durch LRQA durchgeführten Pilotprojekt, eine Vorgangsweise entwickelt, wie der Verpflichtung im Rahmen eines internen Energieaudits im Zusammenwirken mit einer externen Überprüfung durch den EMAS Umweltgutachter und der Erteilung eines diesbezüglichen Bestätigungsvermerks entsprochen werden kann.
Die Vorgangsweise wurde zwischen dem BMLFUW und dem BMWFW akkordiert.
Für EMAS Betriebe bedeutet das:
Es ist nicht notwendig, losgelöst von der Umweltprüfung/Betriebsprüfung, einen eigenen Energieauditprozess durchzuführen und einen eigenen Bericht zum Energieaudit zu erstellen. Es ist ausreichend, wenn dokumentiert wird, welche Teile der Umweltbetriebsprüfung dem Energieaudit entsprechen und wo diese Dokumentation zu finden ist (diesbezüglich wird seitens des BMLFUW die Erstellung eines „Kurzberichtes“ empfohlen).Soweit die gesetzlichen Bestimmungen (§ 17, § 18 sowie Anhang III) nicht erfüllt werden, sind die fehlenden Teile zu ergänzen.
Die Übermittlug eines, durch einen zugelassenen Umweltgutachter unterzeichneten Bestätigungsvermerkes über die Erfüllung der Anforderungen des EEffG in Verbindung mit der Erklärung des Umweltgutachters gemäß Anhang VII EMAS-VO sowie der EMAS Teilnahmeurkunde, ist der Monitoringstelle ausreichend.
Der Umweltgutachter kann zur Beurteilung, ob ein interner Energieauditor die Anforderungen nach §17 EEffG erfüllt, das Register der Monitoringstelle heranziehen oder – falls dieser nicht registriert ist – die Leitlinien des BMWFW bzw. der Monitoringstelle zur Beurteilung der Qualifikation von internen Energieauditoren. 

Wer kann Energieauditor sein und welche Qualifikationsanforderungen bestehen?
Die Anforderungen regelt das EEffG im § 17. Konkretisiert wurden diese Anforderungen in einem Dokument über die Qualitätsanforderungen von Energieauditoren/-innen des BMWFW vom 13.12.2014
Die Qualifikation beruht auf den Nachweisen einer relevanten Grundausbildung, einer energieeffizienzspezifischen Ausbildung und entsprechender praktischer Erfahrung. Die Bewertung erfolgt anhand eines Punktesystems und gilt für externe und interne Energieauditoren. Details dazu hier.

Müssen interne Energieauditoren registriert sein?
Die Registrierung von Energieauditoren erfolgt in einem öffentlich zugänglichen Register. Diese Registrierung ist für externe Energieauditoren verpflichtend und wird seitens des BMWFW auch für interne Energieauditoren empfohlen. Die Registrierung ist bereits beim BMWFW möglich und wird später an die Monitoringstelle abgegeben.
Eine Registrierung der internen Energieauditoren ist auch aus unserer Sicht sinnvoll, da dies Sicherheit für die Anerkennung des internen Energieaudits bringt.

Gibt es bereits eine Monitoringstelle?
Die gemäß Energieeffizienzgesetz auszuschreibende Nationale Energieeffizienz-Monitoringstelle wurde nach Abschluss des Vergabeverfahrens an den Bestbieter, die Österreichische Energieagentur vergeben.
Damit wurde gemäß den Vorgaben der EU-Energieeffizienz-Richtlinie und des Energieeffizienzgesetzes eine geeignete Stelle mit der Bewertung von Effizienzmaßnahmen und der Durchführung des Monitorings beauftragt. Die Energieagentur steht ab sofort für Gespräche mit den Branchenvertretern zur Verfügung und beginnt unmittelbar mit dem Aufbau der erforderlichen Infrastruktur, damit eine möglichst unbürokratische und praxistaugliche Umsetzung gewährleistet werden kann. Details hier.