CO2 Emissionshandel (EU ETS)

Im Jahr 2005 begann der CO2-Emissionshandel in Österreich. Davon betroffen sind alle unter das Emissionszertifikategesetz fallenden Anlagen (siehe unten). Diese Anlagen dürfen entweder nicht mehr als die im Nationalen Zuteilungsplan festgelegten CO2-Mengen emittieren oder es werden für die Überschreitungen CO2-Mengen zugekauft. Die Basis dafür bilden die von den Unternehmen zu erstellenden jährlichen CO2-Emissionsberichte, die von zugelassenen (akkreditierten) Prüfstellen (Verifzierer) zu verifizieren sind. LRQA wurde vom Umweltministerium hierfür als Verifizierer zugelassen.

Was beinhaltet die Verifizierung von Treibhausgasemissionen ("CO2-Verifizierung")?

  • Analyse der Tätigkeiten und ihrer Bedeutung für die Emissionen
  • Überprüfung der Methode zur Messung, Berechnung und Konsolidierung von Daten
  • Bewertung der Zuverlässigkeit der Daten sowie des Fehlerrisikos
  • Bewertung der Verfahren zu Beherrschung der „Unsicherheiten“ bei der Ermittlung der Daten
  • Erstellung eines Berichtes, der an die Registrierungsstelle weiterzuleiten ist

Wie läuft die "CO2-Verifizierung" im Detail ab?

1. Strategische Analyse

  • Ermittlung von Art, Umfang und Komplexität der CO2-relevanten Prozesse
  • Ermittlung von Art, Umfangs, Komplexität und Genauigkeiten der Messung und Aufzeichnung von Stoffströmen und Analysen
  • Ermittlung von Art, Umfang und Komplexität des Daten-Managementsystems (Aggregierung, Übertragung, Archivierung)
  • Strategischen Analyse aller Tätigkeiten, die in der Anlage durchgeführt in Bezug auf die vorhandenen CO2-Quellen
  • Erfassung der Existenz eines Umweltmanagementsystems und der daraus resultierenden Erleichterungen
  • Die organisatorischen Rahmenbedingungen in Bezug auf das „CO2-Managementsystem“ Prüfung der generellen Übereinstimmung mit dem Genehmigungsbescheid und dem darin genehmigten Monitoring-Plan

2. Risikoanalyse

  • Durchführung einer Risikoanalyse der CO2-Quellen
  • Durchführung einer Risikoanalyse der Überwachungsrisiken
  • Definition der Wesentlichkeitsschwelle
  • Erstellung eines Auditplanes für die Prozessanalyse
  • Bewertung von vorhandenen Verfahren zur Beherrschung der Risiken, um Unsicherheiten so gering wie möglich zu halten.

3. Prozessanalyse

  • Prüfung der Daten und Informationen (Messungen von Stoffströmen, Eigen- und Fremdanalysen, Buchhaltungsdaten, Datenübertragung etc.) anhand von Stichproben gemäß dem Auditplan
  • Finale Datenüberprüfung und Beurteilung von gefundenen Fehlern, Auslassungen, Falschdarstellungen und Ungenauigkeiten
  • Die 3 Phasen der Verifizierung können je nach Art und Komplexität der zu verifizierenden Anlage in einem Audit oder in mehreren Audits durchgeführt werden.

Welche Risiken ergeben sich für Unternehmen aus der CO2-Verifizierung?

  • Rechtzeitige Erkennung von nicht überwachten Quellen: Für Anlagen, die hinsichtlich der CO2-Emissionen komplex sind, empfiehlt es sich, die Strategische Analyse (der ersten Verifizierung) möglichst früh im Laufe des Jahres 2005 durchzuführen, um dadurch frühzeitig etwaige nicht erfasste (und nicht überwachte) Quellen oder sonstige gravierende Fehler in der Datenerfassung zu erkennen. Eine eventuell überhaupt nicht oder über weite Strecken des Jahres nicht überwachte Quelle kann zu schwerwiegenden Problemen mit der Genehmigung führen.
  • Nachprüfungen durch das Umweltbundesamt gemäß §9(3) EZG: Eine gewissenhafte und fehlerfreie Verifizierung durch eine seriöse Prüfstelle bietet dem Unternehmen den Vorteil, dass etwaige Fehler bei der Ermittlung der Emissionen leichter erkannt werden und somit das Risiko einer etwaigen späteren Nachzahlung auf Grund von falschen Daten minimiert wird. Weiters wird bei Auswahl eines seriösen Prüfers auch das Risiko einer nachträglichen Prüfung durch das Umweltbundesamt gemäß §9(3) EZG (und für den Fall, dass Daten Fehler behaftet waren, das Tragen der damit verbundenen Kosten) minimiert.
  • Unzureichende Unabhängigkeit der Prüfstelle §9(2) EZG: Für den Fall, dass das Umweltministerium nachträglich feststellt, dass die beauftragte Prüfstelle nicht ausreichend unabhängig war, kann von Seiten des Umweltministeriums eine neue Prüfung veranlasst werden.
  • Nachprüfung durch das Umweltbundesamt auf Grund eines zu geringen Prüfaufwandes: Vom Umweltministerium wird auch der vom Verifizierer zugrunde gelegte Prüfaufwand erhoben werden. Sollte sich seitens des Umweltministeriums der Verdacht ergeben, dass bei der Prüfung nicht der erforderliche „level of assurance“ erreicht wurde, kann eine Nachprüfung durch das UBA veranlasst werden.

Gemäß Anhang 1 des EZG sind folgende Anlagen betroffen

  • Verbrennungsanlagen über 20 MW Wärmezufuhr
  • Mineralölraffinerien
  • Kokereien
  • Röst- und Sinteranlagen für Metallerzeugung
  • Anlagen zur Herstellung von Roheisen und Stahl
  • Anlagen zur Herstellung von Zementklinkern, von Glas und von Keramikerzeugnissen
  • Produktions­anlagen für Zellstoff und Zellstoffprodukte.