FAQs zur Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordung (SpaEfV) 2014

Unternehmen, die 2014 eine Entlastung von Strom- und Energiesteuer in Anspruch nehmen möchten, müssen die Anforderungen der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) erfüllen, die 2014 gegenüber dem Vorjahr umfangreicher geworden sind.

LRQA hat hier die häufigsten Fragen zur SpaEfV zusammengestellt und beantwortet. 

Haben sich die Rahmenbedingungen für die Testierung gemäß SpaEfV im Antragsjahr 2014 geändert?

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben weiterhin die Möglichkeit, ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder das alternative System nach Anlage 2 Nr. 1 und 2 der SpaEfV durchzuführen. 2015 müssen zusätzlich Nr. 3 und 4 der Anlage 2 SpaEfV erfüllt sein.

Nicht-KMU müssen die Anforderungen nach Kap. 4.4.3 a und b) der ISO 50001 erfüllen. Bis spätestens 2015 muss das Unternehmen vollständig nach dem Standard ISO 50001 zertifiziert sein.

Kann 2014 auf eine Vor-Ort Begutachtung verzichtet werden?

Nein, für Unternehmen, die noch nicht in vollem Umfang gemäß ISO 50001 zertifiziert bzw. gemäß EMAS validiert sind, ist stets ein Audit vor Ort im Unternehmen erforderlich. Auch für KMU, die ein alternatives System prüfen lassen, muss die Prüfung in jedem Fall vor Ort erfolgen.

Bei Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 betreiben, welches mehrere Standorte umfasst (Multi-Site-System), kann auch ein Stichprobenverfahren bei der Überprüfung zur Anwendung kommen.

In Einzelfällen kann auch bei Unternehmen, die nicht nach ISO 50001 zertifiziert sind, ein Stichprobenverfahren angewendet werden.

Kann bei dem vertikalen Ansatz und bei Unternehmen mit mehreren Standorten eine Stichprobenprüfung vor Ort erfolgen?

In Einzelfällen kann auch bei Unternehmen, die nicht nach ISO 50001 zertifiziert sind und den vertikalen Ansatz wählen, ein Stichprobenverfahren angewendet werden. Eine Voraussetzung ist, dass alle Daten vollumfänglich zentral vorliegen und die Prozesse an den Standorten vergleichbar sind.

Bei Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 betreiben welches mehrere Standorte umfasst (Multi-Site-System), kann auch ein Stichprobenverfahren bei der Überprüfung zur Anwendung kommen.

Inwiefern werden einzelne Standorte des Unternehmens in die Ermittlung des Energieverbrauchs einbezogen?

Die Anforderungen an den Ausbau der Systeme zur Steigerung der Energieeffizienz sind 2014 durch die erforderliche Ermittlung der Energieverbraucher deutlich anspruchsvoller als im vergangenen Antragsjahr. Sämtliche eingesetzten Energieträger – auf Basis der einzelnen Verbraucher - müssen in das Energieeffizienzsystem der Unternehmen einbezogen werden, selbst wenn der Standort nicht von der Erstattung gemäß SpaEfV betroffen ist.

Aus den Unterlagen muss eindeutig der Bezug zu den einzelnen Standorten erkennbar sein, d.h. eine Summation der Verbräuche je Energieträger ist nicht statthaft.

Kann ein Unternehmen Daten, die es für die Antragstellung 2013 genutzt hat, 2014 teilweise erneut nutzen?

Die Daten eines 12-Monats-Zeitraums für die Nachweisführung dürfen nur jeweils für ein Antragsjahr zugrunde gelegt werden. Sofern es sich nicht um ein Unternehmen mit mehreren Standorten handelt, bei den eine Vor-Ort-Begutachtung nur stichprobenmäßig erfolgt, darf 2014 ausnahmsweise eine Doppelverwertung der Daten erfolgen (bis max. Hälfte des 12-Monats-Zeitraums). Es muss gewährleistet sein, dass die Daten frühestens 12 Monate vor Beginn des Antragsjahres vorgelegen haben. Zukünftig müssen Unternehmen immer den gleichen Zeitraum wählen.

Welche Fristen sind bei der Antragstellung zu beachten?

Alle Prüfungen durch den Zertifizierer müssen bis 31. Dezember 2014 abgeschlossen sein. Es ist nicht mehr möglich, Prüfungen ins nächste Jahr zu verschieben.

Wann ist der frühste Zeitraum für die Erfassung der Daten gemäß Nr. 4.4.3. a) und b) der ISO 50001 bzw. Nr. 1 und Nr. 2 der Anlage 2)?

Ab sofort. Die Dokumentenprüfung der Belege über die eingesetzten Energieträger für den gewählten 12-Monats-Zeitraum kann problemlos in einer späteren (kostenpflichtigen) Offsite-Prüfung nachgeholt werden. Sichern Sie sich frühzeitig einen Audittermin, um die fristgerechte Ausstellung des Testats zu gewährleisten.

Wer stellt den Nachweis aus, wenn ein Unternehmen oder verschiedene Unternehmensbereiche von unterschiedlichen Zertifizierungsstellen zertifiziert sind?

Gemäß § 4 Abs. 4 und dem Verweis auf § 55 des Energiesteuergesetzes und § 10 des Stromsteuergesetzes müssen Nachweise von einem zugelassenen Umweltgutachter oder einer Konformitätsbewertungsstelle, die von der nationalen Akkreditierungsstelle für die Zertifizierung von Energiemanagementsystemen nach der DIN EN 50001 akkreditiert ist, betätigt werden. LRQA ist eine zugelassene Zertifizierungsstelle und befugt, akkreditierte ISO 50001-Zertifikate auszustellen sowie die Konformität alternativer Systeme zu bestätigen.

Sie haben weitere Fragen zur SpaEfV, die hier nicht aufgeführt sind? Bitte wenden Sie sich an Herrn Dr. Thomas Souquet, Email Thomas.Souquet@LRQA.com.